







2026 Massagraf 1945 (foto’s uit doc op Arte: Franse soldaten aan het Oostfront in dienst van de nazi’s – na de oorlog ontdekken de Russen massagraven) pigment en inkt op papier 32×24 cm
VOM DUMPFEN TAG
Ein Vogelflug. Ein kleines Zeichen.
Gib, Herr, nur eine Wolke wind.
Auf steigt zu dir der Ruch der Leichen,
doch du stellst taub dich oder blind.
Wir hören nicht mehr deine Glocken.
Dumpf hat der Tag sich angespannt.
Im Tode noch zu Tode erschrocken,
verwesen wir von Rand zu Rand.
Was blauen, Her, noch deine Meere?
Uns frisst der Fisch, den keiner kennt.
Wir sinken tief, erstickt, ins Leere,
im Orient und Okzident.
Und deine Kirchen, Kathedralen,
die wir gebaut zu deiner Ruhm,
sie ragen steinern über Qualen,
und wir vergehn, dein Heiligtum.
Sind wir nicht deine Ebenbilder?
Formten wir dich nach unserm Sein?
Wir sind ja schlecht; doch manchmal milder
liegt auch auf uns ein bessrer Schein.
Der Tag ist lang, in dem wir sterben,
und mitleidlos steht still die Zeit.
Nur schneller wächst und das Verderben,
und du bist nicht — oder sehr weit.
Karl Gerold
Karl Gerold, Aus dunklen Jahren. 1939-1945, Stuttgart und Calw 1946, (Verlag Gerd Hatje)
Alfred Kittner
Friedhof Obodowka
Für Immanuel Weissglas
Dies ist ein finstrer Zeitvertreib,
Die Hunde abzuwehren,
Sie balgen sich um deinen Leib
Und wollen ihn verzehren.
Sie haben deiner Schwester schon
Die Füße angebissen
Und deinen nackten toten Sohn
In Stücke bald gerissen.
Wie du im Frost liegst, jung und weiss,
Scheinst du dich noch m regen;
Mit eigner Hand im Wintereis
Wollt ich zu Grab dich legen!
Doch morgen musst im Massengrab
Du modern mit den, andern.
Wer kam nicht gern zu dir hinab,
Statt von hier fortzuwandern?
[Lager Obodowka, Oktober 1943]