Verbonden

Vorige week was ik in mijn favoriete boekhandel in Kleve en zag ik een boek met de titel Findungen van de Bulgaarse schrijfster Maria Popova. Ik had nog nooit van haar gehoord maar de titel trof me en al bladerend door de inhoudsopgave, waarin de hoofdstukken worden aangegeven met sprekende enigszins poëtische titels, besloot ik meteen om het boek te kopen. Een boek om in een keer uit te lezen. Maar dat kun je beter niet doen, want de verschillende hoofdstukken zijn zo goed geschreven en vol van anekdotes, dat het jammer is om alles in een keer te verslinden. Haar eerste hoofdstuk begint zo:

o

Alles, einfach alles – die Ringe des Saturn und der Ehering meines Vaters, die von der Morgensonne rosa gefärbten Wolken, Einsteins Gehirn in einem Gefäß mit Formaldehyd, jedes Sandkorn, aus dem das Glas des Gefäßes gewonnen wurde, und jede Idee, die Einstein je hatte, die Schäferin, die im Rila-Gebirge meines Heimatlandes Bulgarien sang, und jedes ihrer Schafe, jedes Haar auf den samtigen Ohren meines Hundes Chance, in den geflochtenen roten Zöpfen Marianne Moores und an den Letzen von Montaignes Katze, jeder durchscheinende Nagel an den Fingern des neugeborenen Sohnes meiner Freundin Amanda, jeder Stein, mit dem Virginia Woolf ihre Manteltaschen füllte, bevor sie sich in der Ouse ertränkte, jedes Kupferatom der Voyager Golden Record, die Arien an Bord des ersten von Menschenhand geschaffenen Objekts in den interstellaren Raum trug, und jeder Eichensplitter der Dielen, auf denen Beethoven in dem Wutanfall zusammenbrach, der ihn sein Gehör kostete, jede Trane, die je über einem Grab vergossen wurde, und das Schnabelgelb jeder Krähe, die die Trauernden dabei beobachtet hat, jede Zelle in Galileis fleischigem Finger und jedes Molekül, das die Monde des Jupiter, auf die er deutete, geformt hat, die Sommersprossen, die das olivfarbene Firmament eines von mir geliebten Unterarms mit Sternbildern überziehen, und jedes Axonzucken der Zärtlichkeit, mit der ich seine Besitzerin liebe, alle Fakten und Fabeln, mit denen wir ständig die Realität darstellen und neu gestalten -, all dies wurde vor 13,8 Milliarden Jahren aus einer Singularität zum Leben erweckt, einer einzigen Quelle, nicht lauter als die Eröffnung van Beethovens Fünfter Sinfonie und nicht grösser als der  Punkt über dem kleinen ; des ICHS, das von seinem Sockel gestoßen wurde.

Wij bestaan uit atomen. Alles wat bestaat in deze kosmos is atomair. Deze structuur van de werkelijkheid is voor Popova aanleiding om hier wat gedachten aan te besteden in haar eerste hoofdstuk, dat zo als het ware een ‘kleine geloofsbelijdenis’ wordt die haar het hele boek door zal begeleiden. Zij schrijft over vrouwelijke en mannelijke wetenschappers, over hun soms trage gang in het leven voordat ze erkenning krijgen, hun moeizame strijd, hun ongelofelijk doorzettingsvermogen. En dat alles op een persoonlijke manier, betrokken en geëngageerd. Ook met de vrouwen die in de loop van de geschiedenis hard hebben moeten vechten om erkenning. Veel poëzie komt terug in dit boek en wordt met het corpus over de wetenschappers eloquent verbonden. Niet alleen omdat dit in de verhaallijn past, ook omdat deze wetenschappers zelf vaak blijk geven van interesse in bepaalde dichters. Misschien zou je zelfs wel kunnen stellen, (in mijn ogen dan), dat wetenschap helemaal niet mogelijk is zonder poëzie. Zonder de metaforische rede, zonder de poëtische kijk op de dingen, die vaak horizonverbredend kan zijn, is er ook geen sprake van creativiteit en van een adequaat beschrijven van de werkelijkheid. Maar dat is mijn persoonlijk standpunt en misschien denken sommige wetenschapper hier totaal anders over. (Maar ook de wiskunde, zelf als grondslag voor veel theorievorming, kan niet zonder een ‘verder kijken dan je neus lang is’ en dat wordt alleen maar aangewakkerd als je ook met andere brillen naar de werkelijkheid kunt en durft te kijken. Popova schrijft over onze waarneming (vanuit een atomair perspectief):

Wie können wir all das wissen und trotzdem der Illusion des Getrenntseins, des Andersseins erliegen? Diese Verblendung muss der Zusammenfluss van Zufallen und Atomen, bekannt als Dr. Martin Luther King, durchschaut haben, als er von unserem unausweichlichen »Netz wechselseitiger Beziehungen« sprach, und auch Walt Whitman s ah sie, da er schrieb, dass »jedes Atom, das zu mir gehört, genauso gut zu dir gehört«.

Wij bestaan als menselijk wezen, als dier en als plant, als steen en als druppel water uit atomen die in de lange geschiedenis van de kosmos misschien ook elders voorkwamen, in andere mensen, andere dieren en planten, andere druppels water. Als ik nu een slok water neem drink ik misschien ook atomen die bv. in Jezus, Boeddha, Mohammed hebben gezeten. Popova gaat dieper in op het feit dat we samenhangen met elkaar als ze een persoonlijke anekdote aanhaalt:

An einem Herbstmorgen in San Francisco, an dem ich im Garten meiner Freundin Wendy die Briefe eines toten Dichters lese, erblicke ich ein Fragment dieser atomaren Wechselbeziehung. Mitten im Satz schenkt mir mein peripheres Sehen – dieser phantastische, durch Jahrtausende der Evolution geschliffene Instinkt – einen wundersamen Anblick: ein kleines, leuchtend rotes Blatt, das in der Luft herumwirbelt. Für einen Moment scheint es, als wurde es seinen endgültigen Fall tanzen. Aber nein – da verweilt es, zwei Meter über dem Boden, und umkreist, van einer unsichtbaren Kraft bewegt, ein unsichtbares Zentrum. In diesem Moment wird mir klar, wie solche nicht wahrnehmbaren Zusammenhange den menschlichen Geist in den Aberglauben treiben und mittelalterliche Dorfbewohner dazu bringen konnten, Erklärungen in Magie und Hexerei zu suchen. Doch als ich mich dem Blatt nähere, bemerke ich ein zartes Spinnennetz, das über ihm in der Luft: glitzert und sich mit der Schwerkraft zu diesem wirbelnden Wunder verschworen hat. Weder hat die Spinne das Blatt noch das Blatt die Spinne vorhergesehen – und doch sind sie da, ein zufälliges Pendel, angetrieben von denselben Kräften, die die Jupitermonde in ihrer Umlaufbahn halten, zu dieser flüchtigen frühmorgendlichen Pracht erweckt durch ewige kosmische Gesetze, die für Schönheit unempfänglich, der Bedeutung gegenüber gleichgültig und dennoch von beidem erfüllt sind für das verblüffte menschliche Bewusstsein, das sie betrachtet. Unser Leben lang versuchen wir auszumachen, wo wir enden und der Rest der Welt beginnt. Wir reißen unser Standbild des Lebens aus der Gleichzeitigkeit der Existenz, indem wir an Illusionen von Beständigkeit, Gleichförmigkeit und Linearität festhalten; van statischen Identitäten und Lebenslaufen, die sich in sinnvollen Narrativen entfalten. Dabei verwechseln wir Eventualitäten mit Entscheidungen, unsere Etiketten und Modelle für die Phänomene mit den Phänomenen selbst, unsere Aufzeichnungen mit unserer Geschichte. Geschichte ist jedoch nicht das Geschehene, sondern das, was die Schiffbruche von Urteil und Zufall überlebt.

“Geschiedenis is echter niet dat wat er heeft plaatsgevonden, maar dat wat de schipbreuken van oordeel en toeval heeft overleefd.” Door een dergelijke zin krijg ik meteen de neiging op om hier een tekst aan te wijden. Dat doe ik nou niet, want ik wil eerst het verhaal van Popova volgen door haar te citeren. Zo krijg je als lezer een indruk van de kracht van haar woorden en de richting waarin zij denkt. Schoonheid en waarheid zijn daarbij leidend, en zij beschrijft hoe waarheid aan het licht kan komen, bijvoorbeeld in de vorm van schoonheid:

Einige Wahrheiten, wie die Schönheit, werden am besten durch den Seitenscheinwerfer der Symbolisierung, der Bedeutungsverleihung erhellt. Im Zuge dieser Symbolisierungen überschneiden sich Umlaufbahnen, oft ohne Wissen der Körper, die sie mit sich führen – Überschneidungen, die nur aus der Distanz von Jahrzehnten oder Jahrhunderten kartiert werden können. Wahrheiten überlagern andere Wahrheiten, um in den Nuancen einer größeren Wahrheit aufzugehen – nicht Relativismus, nein, sondern der mächtigste Realismus, den wir haben. Wir durchschneiden die Gleichzeitigkeit, indem wir alles auf einmal sind: unsere Vornamen und unsere Nachnamen, unsere Einsamkeit und unsere Gesellschaft, unser kühner Ehrgeiz und unsere blinde Hoffnung, unsere unerwiderte Liebe und unsere erwiderte. Leben werden parallel und senkrecht gelebt, nicht linear ergründet, nicht in den geraden Graphen der »Biographie «, sondern in vielseitigen, vielschichtigen Diagrammen erfasst. Leben verflechten sich mit anderen Leben, und aus diesem Wandteppich ergeben sich Hinweise zu Antworten auf Fragen, die die Essenz des Lebens betreffen: Was sind die Bausteine des Charakters, der Zufriedenheit, der nachhaltigen Errungenschaften? Wie kann ein Mensch trotz unzähliger Konventionen und blinden Kollektivismus zu Selbstbeherrschung und innerer Eigenständigkeit finden? Reicht Genialität zum Glück? Oder Ruhm? Oder Liebe? Zwei Nobelpreise scheinen die Melancholie, die die Frau im schwarzen Laborkittel auf jedem Photo ausstrahlt, jedenfalls nicht zu kompensieren. Ist Erfolg eine Garantie für Erfüllung oder nur ein Versprechen, das so fragil ist wie ein Ehegelübde? Wie erlangen wir in diesem von der Leere gerahmten Wimpernschlag der Existenz die Vollkommenheit des Seins?

Ook in andere hoofdstukken komt schoonheid aan het licht. Daarin staat zij in een lange traditie. François Cheng, een Franse filosoof, heeft er een aantal lezingen aan gewijd (ook in Nederlandse vertaling), een tekst die zeer is aan te bevelen omdat deze ons meeneemt op deze weg van de schoonheid. Popova schrijft:

Es gibt unendlich viele Arten von schönem Leben. So viel von der Schönheit, so viel von dem, was unser Streben nach Wahrheit antreibt, ergibt sich aus den unsichtbaren Verbindungen – zwischen Ideen, zwischen Disziplinen, zwischen den Bewohnern einer bestimmten Zeit und eines bestimmten Ortes, zwischen der Innenwelt aller Pioniere und den Spuren, die sie auf den Höhlenwänden der Kultur hinterlassen, zwischen schemenhaften Gestalten, die sich, bevor das Fackellicht einer Revolution den neuen Tag erhellt, in der Dunkelheit begegnen, mit kaum mehr als einem verschwörerischen Nicken und einem Streichholz, das von einer Hand zur nächsten wandert.

Daarmee is in haar eerste o hoofdstuk de toon gezet. Wat volgt zijn nieuwe stappen in het denken van de mensheid – astronomie, wiskunde, geleerden die moeizaam hun weg vonden om hun bevindingen aan de mensheid kenbaar te maken. Ik heb in feite het hele hoofdstuk geciteerd en als je mijn opmerkingen weglaat, heb je het compleet. Een aanrader, want heel inspirerend. Niet in het minst voor al die vrouwen die nog steeds worstelen en vechten om erkenning. Zij krijgen door dit boek een hart onder de riem gestoken.

John Hacking

28 april 2022

Maria Popova, Findungen. Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer, Heike Reissig und Tobias Rothenbücher, Zürich 2022, (Diogenes), p. 13-17

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